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Bücher und Publikationen



Auf dieser Seite möchte ich Ihnen eine kleine Auswahl meiner Arbeiten vorstellen. Sie erhalten diese Ausgaben im Buchhandel oder bei den jeweiligen Verlagen. Am Ende der Seite finden Sie die Links zu den Verlagen.
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Auswahl

Widersprüche im bürgerlichen Frauenbild.

Seit dem Ende des 18.Jahrhunderts dachten Männer und Frauen über die gesellschaftlichen Veränderungen ihrer Zeit auch im Zusammenhang der Geschlechterverhältnisse nach. Die Neubestimmung des Menschen für veränderte Rechte und Pflichten wurde zunächst in politischen und kulturellen Kontexten erörtert. Die Heterogenität der Positionen findet in diesem Band durch die Auswahl der Autoren Lessing, Friedrich Schlegel und Schiller Berücksichtigung. Von besonderer Bedeutung für die Momente von Kontinuität und Diskontinuität und letztendlich enttäuschender Inkonsequenz für die Emanzipation der Frauen ist der Umstand, dass den reichhaltigen Entwürfen von Frauenfiguren in der Literatur verhältnismäßig wenig Modelle für praktische Realisierungsmöglichkeiten gegenüberstehen. Dieser Widerspruch soll dadurch transparent gemacht werden, dass den empirischen Untersuchungen zu Aussagen über Frauen und Weiblichkeit in Briefen theoretisch- ästhetischen und geschichtsphilosophischen Texten Analysen zu Frauenbildern in "Emilia Galotti","Maria Stuart" und "Lucinde" zur Seite gestellt werden.Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet die gesellschaftsspezifische Rollen-, Tätigkeits-, Verhaltensnormierung als Ausdruck einer Ideologie, die die Geschlechter auf arbeitsteilige Rollen und Funktionen im komplizierten Gesellschaftsprozess um 1800 festlegte.

Ich will meine Trauer nicht leugnen und nicht meine Hoffnung

Den Verlust der Alltagskultur der DDR-Frauen zeichnet dieses Buch nach. Die Umbrüche im kulturellen Leben in Ostdeutschland - und Osteuropa - haben die Position der Frauen in ihm besonders berührt: Sie wurden mit Anforderungen an Arbeit und Leben konfrontiert, an die sie nicht im Traume gedacht hatten. Aus der Aufbruchstimmung ist ein ernüchternder Lernprozess geworden, der durch die Spannung von Selbstvergewisserung, Abwehr und Anpassung charakterisiert ist. Alte Illusionen sind verflogen, neue kaum an ihre Stelle getreten. Nicht selten sind harte Brüche in den Biographien und Weltbildern zu verarbeiten. Dies reflektiert sich besonders in literarischen Texten, weil sich in ihnen der Veränderungsprozess in mehrfacher Brechung manifestiert. Ihrer Analyse ist die Mehrzahl der Beiträge gewidmet. Ob nun Märchentexte, Frauenzeitschriften oder die Werke von Literatinnen (z. B. Christa Wolf, Helga Schubert, Monika Maron) untersucht, Gespräche mit ihnen, Theaterfrauen oder bildenden Künstlerinnen geführt wurden - immer drückt sich ein tiefgreifender Wandel der kulturellen Selbsterfahrung von Frauen aus, der durch die politisch-ökonomischen und soziokulturellen Umwälzungen bewirkt wurde. Dies betrifft alle Lebensbereiche der Frauen: Ihre ästhetische Wahrnehmung, die Medienlandschaft und ihren Sozialisationsprozess. Durch die Einbeziehung osteuropäischer Frauen in die Analyse gelang es, Gemeinsamkeiten und Differenzen von Gesellschaftsstrukturen im Umbruch mit Blick auf die Frauen zu charakterisieren: Die Texte dokumentieren, wie unterschiedlich die ungleichzeitig und ungleichartig verlaufenden Veränderungsprozesse wahrgenommen werden. Mit der Analyse des Umbruchs wird zugleich ein Stück Kulturgeschichte der kommunistischen Gesellschaften offenbar: In der Darstellung der Veränderungen scheinen Denken und Leben der Vergangenheit auf, wie es im Westen bisher nicht zugänglich waren. Besonders nicht aus den osteuropäischen Ländern. Die sechzehn Beiträge dieses Bandes sind auch persönliche Zeugnisse. Die Autorinnen haben sich offen zur Subjektivität bekannt, sie haben "Ich" gesagt, um den Unterschieden der nationalen Geschichte und Kultur, der politischen Biographien, der unterschiedlichen Generationserfahrungen und frauenpolitischen Positionen angemessen Raum zu geben. Das war, wie manche Texte zeigen, leichter gesagt als getan. Mit dieser Konzeption ist den Herausgeberinnen und Autorinnen die Dokumentation der Folgen von "Verwestlichung" der Kultur im Osten Deutschlands und Europas auf den hier untrennbaren Ebenen des persönlichen Erlebens und der gesellschaftlichen Strukturen gelungen. Quelle: Winkler Verlag

Der weibliche multikulturelle Blick.

Die Reihe "Der weibliche multikulturelle Blick" ist als Forum konzipiert, dass sich die Darstellung und Diskussion aktueller Ergebnisse der geschlechtsspezifischen Forschung, Aufklärung und politischen Bildung widmen wird. Unsere Gegenwart ist trotz der überwindung eines missglückten Sozialismus von neuer Zerrissenheit zwischen West und Ost gekennzeichnet. Ihre Symptome füllen die täglichen Schlagzeilen: stete Vertiefung des Wohlstandsgefälles, ethnische Ausgrenzung und Drangsalierung, nationale Spannungen bis zum Krieg...Und über den Horizont des kleinen Europas hinaus geblickt, erkennt -frau die Renaissance konservativ patriarchaler Werte als eine der allgemeinen Grundtendenzen politischer Entwicklung zum Ende dieses Jahrtausends. Wird folglich Widerstand gegen den Rückschnitt der Rechte und Chancen der Hälfte der Menschheit, der Frauen, zu einer Notwendigkeit für den Fortbestand dieser Welt? Wenn man(n) und frau diese Frage, so wie die Herausgeberin Hannelore Scholz, positiv beantwortet, dann wird diese Schriftenreihe interessante Denk- und Diskussionsangebote erwarten lassen. Thematisch wird auf interdisziplinäre Vielfalt und Interdependenz gesetzt. Beiträge aus Soziologie und Philosophie werden sich ebenso finden lassen wie kultur-, literatur- und kunstwissenschaftliche, wirtschafts- und populärwissenschaftliche ebenso wie pädagogische oder Lyrik und Prosa. Kriterium für die Aufnahme von Beiträgen in dieser Reihe wird sein- ihr weiblicher multikultureller Blick auf die Probleme dieser Welt.

Die DDR- Frau zwischen Mythos und Realität.
Ein Vorwort von Karla Staszak

Viele Frauen in der DDR verbanden den mit der Wende einhergehenden Systemwechsel mit der Hoffnung auf Wahl und Selbstbestimmung einer individuellen Lebensführung. Gewinnung an Handlungsspielräumen, Meinungsfreiheit und Teilhabe an demokratisch- politischen Strukturen. Die Wünsche und Erwartungen vieler Frauen waren sehr pragmatisch. Sie verbanden mit der Wende die Vorstellung, auch weiterhin erwerbstätig sein zu können.
Der Realisierung dieses Lebensbildes steht jedoch die Verdrängung der Frauen vom Arbeitsmarkt gegenüber. Die Bedingungen für die Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und Familie haben sich für die Frauen in den neuen Bundesländern verschlechtert.

Umbrüche in Ost und West.

Der Fall der Mauer 1989 markierte auf spektakuläre Weise den historisch- einmaligen Präzedenzfall friedlichen Machtverzichts. Er stellte das Ende der deutsch- deutschen Teilung dar und zugleich das Ende der deutschen und europäischen Nachkriegsgeschichte. Ost-, Mittel- und auch Westeuropa wurden durch ihn auf besondere Weise in einen Transformationsprozess gedrängt. Niemals zuvor scheint sich der Wandel einer Gesellschaft im nationalen europäischen Rahmen und im globalen Zusammenhang schneller vollzogen zu haben als heute. Und er vollzieht sich seit 1989 in den neuen Bundesländern und Ost- und Mitteleuropa höchst widersprüchlich und vielgestaltig und stellt ein historisches Experiment dar, das durch enorme Brüche und Neuansätze charakterisiert ist und dessen Ausgang noch unklar ist. Die WissenschaftlerInnen, die sich in diesem Band äußern, wollten sich nicht darauf beschränken, von einer BeobachterInnenposition aus den Paradigmenwechsel in der Alltagskultur ihrer Länder zu beschreiben. Vielmehr suchten sie nach methodischen Ansätzen, die die Betroffenen einbezogen, um die Veränderungen in der Stellung der Frauen in den unterschiedlichen Ländern vor und nach 1989 zu beschreiben. Die Konzentration auf Deutschland und Bulgarien war beabsichtigt, dennoch fanden weitere multikulturelle Einblicke Eingang in den Band. Europa benötigt eine neue Kulturpolitik und einen differenzierten Dialog der Kulturen: Nationale Grenzen haben im Bereich von Kunst und Kultur nie die Rolle gespielt wie in der Politik oder in der Wirtschaft. Was wir als abendländische Kultur bezeichnen, ist weitgehend aus den gleichen historischen, religiösen und philosophischen Quellen gespeist. Die Idee eines einheitlichen Raumes Europa bestand in kultureller Sicht lange bevor an eine politische oder wirtschaftliche Einheit gedacht wurde. In diesem Band sind Themen versammelt, die als Angebot zum weiteren kulturellen Dialog verstanden werden können- und er ist eindringlicher als je zuvor.

ZeitStimmen. Betrachtungen zur Wende-Literatur.

Hannelore Scholz, Sven Merkel, Ulrike Grützner, Uwe Heising, Manuela Schulz, Regine Sondermann (Hrsg.) trafo verlag 2000, 295 S., mit einer grafischen Geschichte: Alice im Wunderland, geb., ISBN 3-89626-132-0
Aus dem Inhalt:
Vorwort 7
I. Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Schreiben
Die unheimliche Suche nach der deutschen Identität. Reflexionen über die "Wende" acht Jahre danach 11 Hannelore Scholz (Berlin)
Zur Veränderung von Wahrnehmen und Schreiben in Ost und West - ein Rückblick in die Zeit vor der Wende 21 Dieter Hensing (Amsterdam, Niederlande)
II. Wahrnehmungsperspektiven von Nationalität, Kultur und Geschlecht
"Die warten auf Godot, und wir jagen nach dem Wind." Bulgarische Literatur nach der Wende 37
Nikolina Burneva (Veliko Tirnovo, Bulgarien)
Lesbische Literatur in Ostdeutschland. Kerstin Gutsches Ich ahnungsloser Engel und Bärbel Klässners Debüt barfuß über spitzen 53
Annette Pampel (Berlin)
"Weibliche" ästhetik in dem Gedicht weben von Gabriele Stötzer-Kachold 67
Regine Sondermann (Berlin)
"Wenn die Schrift ruft ..." - Zur subjektiven Begehrensstruktur in Thomas Hettches Erzählung Gelb, 79
Armin Coerper (Berlin)
Die deutsche Wende aus niederländischer Sicht 97
Stefan Besser, Gideon van Zoest (Amsterdam, Niederlande)
III. Wandel ästhetischer Erinnerungsbilder
Zum Spannungsverhältnis von Subjektkonstitution und Intersubjektivität in Günter de Bruyns Autobiographie Zwischenbilanz 109
Uwe Heising (Berlin)
Opfer und Täter. Zu Monika Marons Roman Stille Zeile Sechs 135
Andreas Meyer (Berlin)
Der Weg zum schreienden Amt. Zum Verhältnis von Biographie und Werk bei Wolfgang Hilbig 147 Jordi Solà Bayarri (Berlin)
Aspekte der Subjektkonstitution in Christoph Heins Prosa 161
Dirk Müller (Köln)
IV. Projektions- und Reflexionsfläche Mythos
Dimensionen der Freiheit. Zu Volker Braun: Iphigenie in Freiheit 181
Ulrike Grützner (Berlin)
Anhang: Zitatenlexikon zu Volker Brauns Text: Iphigenie in Freiheit 191
Ulrike Grützner (Berlin)
Im Banne Medeas. überlegungen zu einem Motiv im Ausblick auf zwei Texte: Heiner Müller Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten und Christa Wolf Medea. Stimmen 205
Sven Merkel (Berlin)
living next door to Alice (Grafik-Zyklus) 225
Anke Feuchtenberger (Hamburg)
Bibliographie 251
Manuela Schulz
I. Zu einzelnen Autorinnen und Autoren 251
II. Die deutsche Literatur und die "Wende" 262
III. Zum Neuen Deutschland 286

Wunderbilder und Träume in elf Märchen.

Die Flucht in das Märchenhafte, das Unbewußte, Imaginäre, das Unheimliche und Geheimnisvolle waren Formen derselben Gefühls, der selben Sehnsucht nach Unverantwortlichkeit und Leidlosigkeit. Fluchtversuche in jenes Chaos, in jene Anarchie, gegen die der Klassizismus des 17./ 18. Jahrhunderts mal mit Ingrimm und Besorgnis, mal mit Geist und Grazie, doch stets mit der gleichen Entschiedenheit kämpfte.
So oft Sophie Tiecks Märchenfiguren ihr Weltgefühl beschreiben, dominieren Begriffe wie Heimweh, Sehnsucht, die Idee der Heimatlosigkeit. Novalis definiert die Philosophie als "Heimweh", als den "Trieb, überall zu Hause zu sein" und das Märchen als einen Traum von "jener heimatlichen Welt, die überall und nirgends ist".
Sophie Tieck entwickelt bei dieser Rezeption Differenzierungen. Ein unendliches Begehren nach Liebe leitet ihre Figuren. Eine Erfüllung dieser Sehnsüchte gibt es nicht. Liebe und Glück sind flüchtig, können nicht als gemeinschaftsstiftende Qualität erfahren werden. In dieser Liebesauffassung liegt das Originäre Sophie Tiecks im Kontext romantischer Liebesauffassung.
Sophie Tieck findet nur unter großen Schwierigkeiten und Umwegen zum Schreiben. Sie wächst als Tochter des Seilermeisters Johann Ludwig Tieck und dessen Ehefrau Anna Sophie Tieck, geb. Benecken, in Berlin auf. Sie ist das mittlere Kind, zwischen dem älteren Bruder Ludwig, der später der berühmte Dichter der Berliner Romantik wird, und dem jüngeren Friedrich, der sich zum angesehenen Bildhauer entwickelt. Ihre Bildung muß sie sich mühsam autodidaktisch in den späten Abendstunden aneignen.
1799 heiratet sie Ludwigs Freund Bernhardi. Als Mutter von drei Kindern bleiben ihr kaum Freiräume für schriftstellerische Tätigkeit. Auf Nebeneinnahmen war die Familie aber angewiesen. So entstehen während der Schwangerschaften und unter ungünstigen gesundheitlichen Umständen Erzählungen für die "Bambocciaden" (1797- 1800), das Lustspiel "Die vernünftigen Leute" und ihr Briefroman "Julie Saint Albain". Sie liefert Beiträge für L.Tiecks und A.W. Schlegels "Musen- Almanach für das Jahr 1802", für Bernhardis Zeitschrift "Kynosarges" (1802). 1804 erscheinen ihre "Dramatischen Phantasien".
Nach einer Flucht durch Europa und der Scheidung von Bernhardi lebt sie mit ihrem Ehemann Gregor von Knorring im Baltikum. Hier entwirft sie den gesellschaftskritischen Roman "Evremont".
Auch die Bearbeitung des mittelhochdeutschen Versepos von Konrad Fleck "Flore und Blancheflor" (1805- 1822) entsteht überwiegend in dieser Zeit. Sie stirbt am 1.10. 1833 in Reval.
Mit ihrem umfangreichen Werk gehört Sophie Tieck zweifellos zu den interessantesten Schriftstellerinnen am Ausgang des 18./ zu Beginn des 19.Jahrhunderts. Die Märchen bieten einen imponierenden Einblick in die poetische Gestaltungskraft dieser Autorin.

Undine geht nach Japan.

Dieser Band vereint Aufsätze, einen Bericht und Auswahlbibliographien zur Ingeborg Bachmann- Rezeption in Japan und im deutschsprachigen Raum. Die Eigenart, Vielfalt und Präzision der Bachmannschen Metaphern, der lyrische Tonfall der Sprache zwischen Sachlichkeit und Musikalität, Strenge und Zartheit und der moderne/ postmoderne philosophische Gehalt mögen die betörende Faszination in der kaum zu übersehenden Rezeption ausmachen. Undine geht- die letzte Erzählung aus Ingeborg Bachmanns Band "Das Dreißigste Jahr" (1961) setzt einen Schwerpunkt der Bachmann- Rezeption in Japan. Die bedeutende Wasserfrauenphantasie "Undine", das verratene, betrogene Naturkind, welches eine Seele erwirbt und dennoch letzlich den geliebten Mann mit einem Kuß tötet, steht in einer langen Tradition nicht nur europäischer Kultur. Bei Bachmann erhält dieser Mythos mit seinen intertextuellen Anspielungen eine geschlechtsspezifische provozierende Radikalität, die in den japanischen Beiträgen als symbolhaftes verallgemeinerndes Angebot reflektiert werden. Durch die Einbeziehung zahlreicher japanischer Primär- und Sekundärtexte, die bislang in der Forschung nicht berücksichtigt wurden, wird dieser Band einen Beitrag zur Erweiterung der Bachmann- Rezeption leisten. Quelle: Trafo Verlag

Rügen- das sagenumwobene Land im Meer. Band 1 und 2.
Ein Vorwort von Hannelore Scholz-Lübbering (Auszug)

»Vernimmst Du den Namen Rügen, so befällt Dich ein holder Zauber. Vor Deinen Augen steigt es empor wie ein Traum ferner himmlischer Feenreiche. Bilder und Gestalten aus uralter Zeit winken dir zu aus verwunschener Landschaft,wo sie in grauen Vorzeiten lebten und die Schatten ihrer Gegenwart hinterließen. Und in Dir regt sich ein mächtiges Sehnen, über diese herrliche sagenumwobene Insel zu wandern«.
Auf dieser romantischen Wanderung könnten die beiden Bände Ihre Begleiter sein. An konkreten Orten, Plätzen und Landschaften erfahren Sie aus mündlichen überlieferungen,die im Laufe der Jahrhunderte zu Sagen, Märchen und Legenden wurden,mehr über den Mythos dieses Eilandes in der Ostsee.
Es sind gewissermaßen Wanderwege,die Sie sich mit dem Fahrrad,dem Auto oder auch zu Fuß erschließen können.Ob Sie von Stralsund aus über den Rügendamm die Insel erreichen,oder mit der Fähre in Glewitz anlanden, es bietet sich Ihnen ein herrliches Inselpanorama. Im Band 1 sind die literarischen Zeugnisse entlang der Route von Altefähr nach Kap Arkona angesiedelt, der Band 2 begleitet sie von Altefähr nach Thiessow und von Schaprode nach Sassnitz (Stubbenkammer).
Die viel besungene und viel gerühmte Insel in der Ostsee wird,wo immer sie beschrieben wurde,mit Superlativen bedacht. Sie ist die größte Insel Deutschlands und nach dem Maler Preller dem älteren ist sie »das malerisch reichste Land Europas «,denn »reicher habe ich nie ein Land gesehen, selbst Italien nicht ...«.
Nicht nur Maler auch Dichter, Musiker, Theologen, Historiker und Gelehrte waren von der einzigartigen Landschaft Rügens fasziniert. Die Romantiker des 19.Jahrhunderts begründeten den Mythos dieser Insel, der bis in die Gegenwart wirksam ist. Sie entdeckten den Reiz der Landschaft und die Spuren sagenumwobener slawischer und heidnischer Vergangenheit.
Caspar David Friedrich schuf mit seinen stimmungsvollen Rügenbildern eine bis heute andauernde Bewunderung. Auf seinen Spuren haben seitdem viele Besucher die Insel durchstreift. Carl Gustav Carus z.B. kam 1819 nach Rügen. Er war überwältigt von den weißen Kreideküsten und Jasmund und verglich diese mit einer Beethovenschen Sinfonie: »In tiefer Dunkelheit ging ich noch hinaus, um bei dem fast phosphorähnlichen Leuchten der Kreidewände,dem Brausen der See in der Tiefe zu horchen, sowie früh ich der erste war,der die Morgensonne auf diesen weißen Klippen und dann unten am Strande begrüßte...Ich wollte Studien zeichnen,aber kaum hatte ich ein paar Striche gemacht, als ich die Mappe weit wegschleuderte in der überzeugung,hier sei jeder Strich nur eine Lästerung dieses überschwenglichen Phänomens, und dann nur in höchster Bewegung dem wunderbaren Kampf des Elements zustarrte.«

Allerlei Geschichten aus dem Oderbruch.
Von Ulrike Kirsten (MOZ)

Eine unscheinbare Tafel befindet sich an einer hohen Kiefer, die nahe der Försterei Bodenseichen in den Himmel ragt. Eine Freienwalderin soll 1628 an dieser Stelle als Hexe verbrannt worden sein. Davon erzählt eine Sage, die in dem Buch "Allerlei Geschichten aus dem Oderbruch" nachzulesen ist. Die vermeintliche Hexe rief der gaffenden Menge tapfer zu: "So wahr ich unschuldig sterbe, wird aus der Asche dieses Scheiterhaufens eine Fichte hervorkeimen und zu einem mächtigen Baum werden!" - Die Sage der "Brandfichte" ist eine von rund 80 Geschichten und Legenden, die die studierte Grundschullehrerin Hildegard Lämmer und die habilitierte Germanistin Hannelore Scholz-Lübbering in ihrem Buch "Allerlei Geschichten aus dem Oderbruch" zu einem wahren Sagenschatz vereint haben. Den beiden Herausgeberinnen war es ein besonderes Anliegen, mit ihrem Buch, das im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, "der nächsten Generation etwas über die Geschichte dieses atemberaubenden Landstriches zu hinterlassen". Der Band, der in fünf Touren zu einer Entdeckungsreise ins Oderbruch einladen soll, führt den Leser an Orte, Plätze und Landschaften, deren Geschichte anhand mündlicher überlieferungen, die im Laufe der Jahrhunderte zu Sagen, Märchen und Legenden wurden, nachgezeichnet wird. Einem Wanderweg gleich kann der Leser die Routen mit dem Fahrrad, dem Auto oder einfach zu Fuß erschließen. Bevor das Buch im Verlag des Architekten Alexander Scholz, Edition Galerie Vevais, erscheinen konnte, verbrachten die Herausgeberinnen sehr viel Zeit in Archiven, Bibliotheken und mit der Lektüre alter Monatskalender. "Das Oderbruch ist eine sehr junge Region", sagt Hannelore Scholz-Lübbering. "Auch wenn man uns wenig Hoffnung gemacht hat, wir haben nicht aufgegeben. Ohne die Hilfe der Abteilung Kultur des Landratsamtes in Seelow und vieler Privatpersonen, die uns ihre Texte zur Verfügung gestellt haben, hätten wir das Projekt nicht realisieren können." Der kulturelle Reisebegleiter, wie Hannelore Scholz-Lübbering das Buch manchmal auch bezeichnet, soll aber keineswegs allein touristischen Zwecken dienen. "Es soll den Oderländern ein Stück kulturelle Identität geben. Wir wollten, dass sich die Leute in unserem Buch wiedererkennen. Sagen und Märchen, die an einen Ort gebunden sind, haben sehr viel Identifikationspotential. Sie binden den Leser", erklärt die Germanistin, die lange Jahre an der Humboldt-Universität in Berlin gelehrt hat. Als sie einer Seniorengruppe in Zollbrücke ausgewählte Sagen vorgetragen habe, waren die Rentner so begeistert Historisches über ihre Heimatstädte und Heimatdörfer zu erfahren, dass sie ihr die Bücher nach Ende der Lesung "fast aus den Händen gerissen haben", freut sich Hannelore Scholz-Lübbering. Die Berlinerin, die in den 1990er Jahren nach Ostbrandenburg kam und seitdem zwischen Neulewin und der Hauptstadt pendelt, verliebte sich sofort in das malerische Landschaftspanorama des Oderbruchs mit seinen endlosen Weiten, kilometerlangen Alleen und der magischen Flusslandschaft. Ihre Faszination für die Region sei auch Inspiration für das Buchprojekt gewesen. Spannende wie ungewöhnliche Geschichten bietet das Buch dem Leser. Die Episode über die Hechtreißer-Innung zu Wriezen sei ihre ganz persönliche Lieblingsgeschichte, sagt Hannelore Scholz-Lübbering. "Ich finde aber auch die Sagen um die Hexenprozesse von Bad Freienwalde sehr interessant". Die angebliche "Hexe" Anna Liebenwaldt sollte mit ihrer Weissagung übrigens recht behalten: An der Stelle ihrer Verbrennung steht heute ein mächtiger Nadelbaum.

Sophie Tieck- Bernhardi: Julie Saint Albain
Herausgegeben von Hannelore Scholz-Lübbering

Sophie Tieck-Bernhardis erster Roman, "Julie Saint Albain", erschien 1801 anonym. Erzählt wird die Geschichte der jungen Julie, die unvorbereitet in die Welt der Pariser Galanterien eingeführt wird und als Objekt der Begierde um ihre Tugend bangt. Im poetischen Verwirrspiel der Gefühle stehen Verführungsszenarien und Intrigen der Suche nach der echten Liebe gegenüber. Julies Gefühlswelten sind instabil. Im Namen der "Natur" fordert sie die für die Romantik konstitutive Befreiung der Empfindungen und Phantasien aus dem Korsett der Weiblichkeit. Kontrastiert wird die Haltung Julies durch die Auffassungen verschiedener Frauen und Männer, die in Briefen über ihre Gefühlswelten reflektieren und in ihren Gefühlshaltungen eher der Aufklärung, dem Sentimentalismus oder der Romantik zuzuordnen sind. Auf diese Weise erhellt Sophie Tieck-Bernhardis Werk traditionelle bürgerliche Liebes- und Ehekonzepte ebenso wie das romantische Liebesideal und kritisiert bedeutsame Aspekte der Geschlechterordnung um 1800.
Mit ihrem umfangreichen Werk gehört Sophie Tieck zu den interessantesten Schriftstellerinnen an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Die Schwester von Ludwig Tieck, dem berühmten Dichter der Romantik, und Friedrich Tieck, dem anerkannten Bildhauer, fand jedoch nur unter großen Schwierigkeiten zum Schreiben. Sie musste sich ihre Bildung mühsam autodidaktisch aneignen. Sophie Tiecks Werke entstanden während Schwangerschaften und unter ungünstigen gesundheitlichen Umständen. Nach dramatischer Flucht durch Europa und Scheidung lebte sie mit ihrem zweiten Ehemann im Baltikum. Sie starb 1833 in Reval.

Götter, Geister, Wassernixen entlang der Oder
Hannelore Scholz-Lübbering und Birgit Norden (Hrsg.)

Ergebnisse einer Tagung in Slubice im September 2011
Erscheinungsdatum: 05.10.2012
Götter, Geister, Wassernixen- sie alle gehören zum reichen Schatz jener sagenumwobenen Flusslandschaft der Oder. Vor allem ihnen gilt die Aufmerksamkeit der Autoren dieses Bandes. Er vereint bemerkenswerte Beiträge zur Regionalforschung des heutigen deutsch- polnischen Grenzgebietes. Im Zentrum der wissenschaftlichen Diskussion stehen zwei Schwerpunkte: einerseits die historische Märchen- und Sagenforschung, andererseits die Märchen- und Sagenbiologie im regionalen Raum.Die hier entspringenden facettenreichen Reflexionen sind deutsch-polnische Annäherungen an eine gemeinsamen Kulturgeschichte- ganz im Sinne eines übergreifenden "kulturellen Gedächtnisses". 1.Auflage 05.10.2012, Paperback (Leipziger Uni-Verlag)

Wie die Oder rauscht
Hannelore Scholz-Lübbering und Hildegard Lämmer (Hrsg.)
Erscheinungsdatum: 2012

Dieser zweisprachige Kultur- Reiseführer vermittelt einen lebendigen Eindruck von den Besonderheiten der deutsch-polnischen Grenzregion und dem unverwechselbaren Leben der Menschen an der Oder. Er ist Reisebegleiter und Lesebuch zugleich für Kinder und Erwachsene.
Sagen, Märchen und Legenden sind lebendig, wohl auch deshalb, weil kaum ein anderes Kunstwerk Wirklichkeit und Phantasie der Menschen so in Zeit überdauernde Bewegung gebracht hat. Götter, Geister und Nixen bevölkern in Geschichten seit Jahrhunderten das Flussgebiet der Oder/Odra.
Die mündlichen überlieferungen über konkrete Orte, Plätze und Landschaften der deutsch-polnischen Oderregion in der ehemaligen brandenburgischen Neumark wurden im Laufe der Jahrhunderte zu Sagen, Märchen und Legenden-zu allerlei Geschichten.
Eine Karte mit markierten Routen und nummerierten Ortsangaben, ergänzt durch kurze Ortsportraits mit zusätzlichen Hinweisen, erleichtert die Orientierung. Im Fokus steht hierbei die politische Zäsur 1945.
Der Odersagen-Band wirkt als Ideengeber und liefert vielfältige Informationen. Er weckt Lust auf neue Entdeckungsreisen durch eine fast vergessene Region. 1.Auflage 2012, Hardcover (Leipziger Uni-Verlag)

Reliquien 1: Erzählungen und Dichtungen
Sophie Thieck
Hannelore Scholz-Lübbering (Hrsg.)

Erscheinungsdatum: 2015

Im Rahmen unserer Neuedition von Ludwig Tiecks Straußfedern-Geschichten werden auch die Texte vorgelegt, die aus der Feder von Sophie Tieck stammen, der hochbegabten Schwester des Dichters, und von August Ferdinand Bernhardi, ihrem damaligen Ehemann. Diese Texte liegen nicht nur im Erstdruck vor, den wir neu herausgeben werden, sondern wurden auch, mit einer Ausnahme, in die dreibändige Ausgabe der Reliquien aufgenommen, einer posthumen Sammlung von Werken August Ferdinand Bernhardis und Sophie Tiecks, die ihr Sohn Wilhelm Bernhardi 1847 aus dem Nachlass publizierte. Eine Neuausgabe der Reliquien ist in Vorbereitung. Im Folgenden ein Inhaltsverzeichnis mit den Seitenzahlen der Originalausgabe. Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Hannelore Scholz-Lübbering
1.Auflage 2015, Broschiert (Golkonda Verlag)